Dr. Sarah Schunter – Biochemikerin und Fitness-Bloggerin

Sarah ist promovierte Biochemikerin und Fitness-Bloggerin. In ihrem Blog schreibt sie über gesunde Ernährung, Sport und Hauptpflege, da sie die Halbwahrheiten und Mythen satt hat!


#Du bist Biochemikerin und hast dann einen Blog gestartet. Was hat dich dazu bewegt nicht den „klassischen“ Weg einer Wissenschaftlerin zu gehen?

Meinen Blog www.eattraincare.de habe ich während meiner Promotion gestartet. Hauptsächlich aus der Beobachtung heraus, dass sich rund um die Themen Ernährung, Training und Hautpflege viele Halbwahrheiten und Mythen ranken. Dennoch bin ich der Wissenschaft quasi treu geblieben, denn alle Artikel basieren immer auf einem wissenschaftlichen Hintergrund. Darüber hinaus nutze ich meine Expertise als Biochemikerin auch weiterhin in der wissenschaftlichen Beratung für Medizin und Pharma. Eine klassische akademische Laufbahn ist das natürlich nicht, aber das kam für mich auch nie wirklich in Frage – denn die Lage in der deutschen Forschungslandschaft ist sehr schlecht und bietet für Nachwuchswissenschaftler leider nur wenig Perspektive.

#Spätestens seit dem Film „Game Changers“ reden momentan fast alle Sportler über vegane Ernährung. Wie ist deine Meinung dazu?

Die Dokumentation polarisiert natürlich sehr und auch ich habe sie mit großem Interesse angeschaut. Aus der Blickweise der Wissenschaftlerin ist sie mir persönlich jedoch zu plakativ und in Teilen sogar fehlerhaft. Dennoch bin ich großer Fan der veganen/ vegetarischen Ernährung. Ich ernähre mich selbst vegetarisch und würde zukünftig aber gerne auf eine vegane Ernährungsweise umstellen. Dennoch habe ich für mich persönlich herausgefunden, dass das gar nicht mal so einfach ist. Vor allem wenn man täglich Sport treibt und bestimmte Ziele verfolgt, lohnt sich ein Blick auf die Makronährstoffe. Hier habe ich festgestellt, dass ich mit einer rein veganen Ernährung beispielweise kaum auf meine nötigen Proteinmengen komme (u.a. weil ich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit habe und daher nicht alle veganen Lebensmittel essen kann, die viel Protein liefern). In Aufbauphasen substituiere ich deshalb auch mit Proteinshakes. Aktuell probiere ich nun hauptsächlich vegane Optionen, unter anderem das PURE VEGE PROTEIN.

#Hast du ein Lebensmittel mit einem gesundheitlichen Benefit, worauf du schwörst?

Für mich bildet eine vollwertige und ausgewogene Ernährung stets die Basis für einen gesunden Lebensstil. Ein einzelnes Lebensmittel oder Getränk zu benennen, fällt mir daher schwer. Stattdessen versuche ich meinen Körper situativ zu beobachten, um zu erkennen, welchen Bedarf er aktuell haben könnte. Vor intensiven Workouts oder Ausdauertrainings achte ich beispielsweise auf eine optimale Nährstoff- und Elektrolytversorgung. Wenn ich mich angeschlagen fühle, achte ich auf vitamin- und antioxidantien-reiche Lebensmittel. Aber auch ein Stück Kuchen kann hin und wieder gut sein.

#Du machst zwar viele verschiedene Sportarten, aber Laufen ist deine größte Leidenschaft. Was sind deine TOP 3 Motivationstipps um auch im Winter dranzubleiben?

Das ist gar nicht mal so schwer, gerade im Winter ist das Laufen besonders schön. Wenn dann noch der Schnee unter den Schuhen knarzt, bin ich vollends zufrieden. Aber ich kann mir vorstellen, dass für manche das kuschelige Sofa in der kalten und dunklen Jahreszeit sehr viel attraktiver ist. Wie es trotz klirrenden Temperaturen trotzdem mit dem Laufen klappt:

  • Verabrede Dich mit anderen! In der Laufgruppe oder gemeinsam mit einem Laufbuddy motiviert man sich gegenseitig und außerdem will man schließlich niemanden hängen lassen.
  • Melde Dich für einen Silvester- oder Neujahrslauf an oder planen früh im Jahr eine Laufveranstaltung ein. Mit einem Ziel vor Augen schnüren sich die Laufschuhe wie von selbst.
  • Unbezahlbar nach einem Winterlauf: eine heiße Dusche und das zufriedene Gefühl, sich bewegt zu haben.

#Was ist der größte Mythos im Sport?

Oh, ja da gibt es so einiges, z.B.

  • dass ein Workout nur effektiv war, wenn man hinterher einen Muskelkater hat
  • dass man mit Bauchübungen gezielt Fett um die Körpermitte abbauen kann
  • dass Krafttraining nichts für Frauen ist, weil sie dann „bulky“ werden oder
  • dass es einen Fettverbrennungspuls gibt.

Was mich aber nach wie vor immer noch am meisten den Kopf schütteln lässt: durch Training kann man so viel essen wie man will und wird nicht zunehmen. Viele Freizeitsportler nehmen an, man könnte sich nach dem Training ruhig mal was gönnen. Nicht selten wird dabei der tatsächliche Kalorienbedarf ziemlich überschätzt. Denn Fakt ist, dass sich eine schlechte Ernährung niemals durch Workouts kompensieren lässt.

 

Fotos: Tina Groh

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